Paradontologie

Die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) ist eine weit verbreitete Infektionserkrankung. In Deutschland sind nach wissenschaftlichen Erhebungen 53% aller Erwachsenen von einer mittelschweren Parodontitis betroffen, 21% sogar von einer schweren Erkrankungsform. Hierbei führt diese Erkrankung nicht nur zum Verlust der Zähne und Kieferknochen. Durch diese Entzündung im Mundraum können die agressiven Paradontitisbakterien in den Blutkreislauf und damit in den gesamten Organismus gelangen, somit erhöht sich das Risiko für verschiedene Allgemeinerkrankungen. Eine Parodontitis kann so das Risiko für koronare Herzerkrankungen und damit für einen Herzinfarkt erhöhen und in bereits vorgeschädigten Blutgefäßen das Risiko für einen Schlaganfall verstärken. Bei Schwangeren erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt wesentlich. Studien haben gezeigt, dass es zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis zahlreiche Wechselwirkungen gibt, so dass bei einer bestehenden Diabetes Erkrankung die optimale Behandlung einen ganzheitlichen Ansatz erfordert.

Erkrankungsstadien – von der Zahnfleischentzündung bis zur Parodontitis

paradontologieDie Mundhöhle mit Zähnen, Zahnhalteapparat und dem Zahnfleisch muss sich ständig mit der Anwesenheit von einer Vielzahl von Bakterien auseinandersetzen. Beim mundgesunden Menschen mit perfekter Mundhygiene genügen 3-5 Tage ohne Zähneputzen, um eine Zahnfleischentzündung hervorzurufen. Die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) wird durch die Anwesenheit von bakterienbesiedelten Zahnbelägen (Plaque) verursacht. Es gibt verschiedene Stadien der Gingivitis, diese Erkrankungsform öffnet aber Tür und Tor zur Gewebe zerstörenden Erkrankung, der Parodontitis.Die Gingivitis ist eine reversible Zahnfleischerkrankung: richtig ausgeführte Mundhygiene zu Hause und eine gründliche Dentalhygiene durch Fachpersonal bringen sehr schnellen Erfolg, der in der Praxis auch messbar wird. Der mundgesunde Patient sollte in der Regel eine Dentalprophylaxe-Sitzung alle 6 Monate durchführen lassen.

Die neben aggressiven Formen der Parodontitis gibt in der Regel chronisch verlaufende Parodontitis sehr oft. Es gibt Menschen mit einer genetischen Prädisposition, die anfälliger sind als andere. Immer handelt es sich jedoch um eine bakterielle Ansteckungs-Erkrankung. Es gibt Risikofaktoren, die die natürlichen Schutzmechanismen des Körpes schwächen und somit das Risiko für die Entstehung der Paradontitis erhöhen. Hierzu gehören das Rauchen, Stress, Übergewicht und eine unbehandelte Diabeteserkrankung sowie vererbbare Funktionsstörungen des Immunsystems. Leidet ein Familienmitglied unter dieser Erkrankung müssen wichtige Regeln eingehalten werden, um die aggressiven Bakterien nicht auf andere Mitglieder der Familie zu übertragen.

Eine Parodontitis beginnt immer mit einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Diese ist für Sie nur schwer zu erkennen und verläuft im Anfangsstadium meist auch völlig schmerzlos.

Haben Sie eine Neigung zu Zahnfleischbluten (meist bei der häuslichen Mundhygiene)?
Ist Ihr Zahnfleisch geschwollen oder gerötet?
Sehen Sie an Ihren Zähnen oft einen verfärbten bakteriellen Belag?
Leiden Sie unter Mundgeruch?
Haben Sie empfindliche Zahnhälse und gelegentliche Schmerzen?
Werden Ihre Zähne länger oder sind Ihre Zähne gelockert?
Verändert sich Ihre Zahnstellung?

Eine Parodontitis wird häufig erst im Alter von 35 bis 50 Jahren entdeckt, erste Krankheitszeichen sind durch den Zahnarzt sehr viel früher feststellbar. Unbehandelt kommt es durch die chronische Entzündung zu einer Zerstörung des Kieferknochens und letztendlich bei fortgeschrittener Erkrankung zu Zahnverlust. Wird eine Parodontitis rechtzeitig erkannt, so kann sie jedoch gezielt behandelt werden!

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In der Parodontologie kann der Laser beispielsweise aufgrund seiner bakteriziden (keimtötenden) Eigenschaften zur Zerstörung der Bakterien eingesetzt werden, die für die Parodontitis verantwortlich sind. Weitere Einsatzgebiete sind:

  • Konkremententfernung – gezielte Entfernung von Zahnstein an der Wurzel
  • Chirurgische Therapie – Operationen mittels Laser führen zu weniger Blutungen; bei kleinen Eingriffen muss nicht genäht werden
  • Taschenreinigung im Rahmen der Parodontalbehandlung – Abtöten der Keime und Bakterien in den Zahnfleischtasche
  • Nur, wenn die Bakterien zerstört werden und somit ein Voranschreiten derParodontitisverhindert wird, kann der Verlust der Zähne aufgehalten werden
  • Es konnte nachgewiesen werden, dass insbesondere die Photodynamische Therapie (PDT) sowie der Diodenlaser zu einer langfristigen Keimreduktion führen, wenn sie in Zusammenhang mit dem konventionellen Scaling und Root planing angewendet wurden.Im Rahmen der Photodynamischen Therapie kommt niederenergetisches Licht im Milliwatt-Bereich zum Einsatz. Dadurch werden die Hart- und Weichgewebe in der Mundhöhle nicht geschädig.

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